Squad – ein Militär-Shooter der erwachsen geworden ist

Der First-Person-Shooter Squad wurde von Offworld Industries entwickelt und am 15. Dezember 2015 auf Steam über das Early Access-Programm veröffentlicht. In diesem Multiplayer-Titel, der auf der Unreal Engine 4 entwickelt wurde, müssen die Spieler in Kooperation und Teamarbeit zusammenspielen, um ihre Ziele zu erreichen. Geistiger Vorgänger ist hier die preisgekrönte Project Reality-Modifikation für Battlefield 2. Im Spiel selbst haben die Spieler die Auswahl zwischen mehreren verschiedenen Fraktionen. So stehen unterschiedliche nationale Armeen sowie Variationen von Aufständischen zur Wahl. Veröffentlicht werden soll das Spiel noch 2018. Finanziert wurde das Ganze über eine Kickstarter Kampagne, die im Mai 2015 ins Leben gerufen wurde. Bereits Ende Juni 2015 hatte Offworld Industries bereits rund 435.000 Dollar an Unterstützung eingenommen. So wurde Squad erstmals am 5. April 2015 auf Steams Greenlight angekündigt. Hier erhielt es binnen weniger Tage mehr als 27.000 Stimmen und wurde so zum bis dato bestbewerteten Spiel im Greenlight-Service.

Ein taktischer Shooter

Wir sitzen in einem kleinen Gelände, das umgeben ist von hüfthohen Steinwänden. Unsere Gewehre sind im Anschlag. Unser Kampf bringt uns an die Grenzen und so müssen wir uns, trotz Deckung, zurückfallen lassen, um eine neue Verteidigungslinie zu bilden. Doch auch diese wird möglicherweise von uns fallen gelassen, sodass wir erneut zurückgedrängt werden. Hilfe können wir nicht erwarten. Die anderen Truppen sitzen irgendwo in dem Waldgebiet verteilt und reinigen ihre Gewehre. Oder aber sie bauen Befestigungen aus Holz. Irgendetwas werden auch sie gegen den Feind tun. Im Augenblick hilft uns das jedoch wenig.

Die Gruppe wird von einem erfahrenen Gruppenführer angeführt. Und obwohl wir uns ständig aufgrund seiner Befehle zurückziehen, vertrauen wir ihm blind. Er leitet uns mit Anweisung und hält uns zusammen. Fast unaufhaltbar marschieren die Amerikaner über die Landkarte und drängen uns Meter um Meter zurück. Doch auch sie lassen wir einen hohen Preis zahlen. Immer wieder setzten wir Kämpfer auf ihrer Seite außer Gefecht. Plötzlich erklingt ein Schrei. In einem Mohnfeld im Norden sehen wir das dicke Weißgrau einer Rauchgranate aufsteigen. Sie kommen wieder auf uns zu.

Nach der Schlacht nennen wir unseren Gruppenführer Chef und sprechen ihn mit „Ja, Sir“ an. Das Spiel allerdings haben wir deutlich verloren und uns wurden ein ums andere Mal die Grenzen aufgezeigt. Trotz taktischer Disziplin hatten wir kaum Chancen. Doch wir haben mit unserem Team die höchste Punktzahl erreicht. Das macht stolz und wirkt noch einige Zeit nach der eigentlichen Runde nach. Squad befriedigt ungemein. Besonders, wenn das eigene Team stimmt und wir kooperieren. Selbst, wenn wir dabei verlieren.

Was ist Squad eigentlich?

Das erste Mal haben wir uns Squad letztes Jahr angeschaut. Wir waren auf der Suche nach einem kompetitiven Spiel, in dem wir als Team zusammenarbeiten konnten. Damals spielten sehr viele Spieler Squad, die bereits aus der Community um den Battlefield 2 Mod Project Reality bekannt waren. Doch in den letzten Monaten hat sich das Spiel ordentlich geändert und so wirkt es nun, als wäre es aus den Kinderschuhen in die der Erwachsenen geschlüpft. Dabei setzt Squad jedoch immer noch auf das Gefühl von Battlefield 2. Gerade in den Kämpfen ist dieses besonders zu „spüren“. Dabei wird von Offworld Industries genau diese Spielmechanik, die für die Authentizität in den Kämpfen sorgt, immer weiter verbessert. Die Areale, in denen die taktischen Schlachten toben werden zudem immer umfangreicher und bieten enorm Abwechslung. Ein besonderes Markenzeichen von Squad ist bei all dem Battlefield 2 Gefühl, dass die Anzeige für Namen, Heads-Up-Displays und Radar fehlen. Das macht das Spiel deutlich griffiger und lässt uns mit unseren Kameraden in der Tiefe der Kämpfe versinken.

Squad bietet ein tiefes Erlebnis. Es hat die Geschwindigkeit eines schnellen First-Person-Shooters, ist jedoch eingebettet in ein Konstrukt einer militärischen Simulation wie beispielsweise Arma 3. Schauen wir uns die Schlachten an und lassen einmal die Bullet Hit Indicators und die Enemy Spotting Highlights unbeachtet, ist jeder Kampf eine intuitive Erfahrung. So belohnt das Spiel auch mit Siegen, die sich tatsächlich wie die eigenen anfühlen. Jeder dieser schwer umkämpften Erfolge war unsere Leistung. Schier unmögliche Schüsse über die Kimme ins Ziel zu bringen, ist in Squad ungemein befriedigend und lässt den Puls steigen. Über ein High-End-Zielfernrohr einen Treffer landen kann jeder. Aber so? Das ist ein Spielgefühl, das wir lange vermisst haben. Zudem ist wenig stimmungsvoller als ein Gebiet mit Rauchgranaten einzunebeln, und dann mit den Kollegen dieses zu durchforsten.

Gebäude liegen in dickem Dunst, während wir uns Raum für Raum durch das Gemäuer bewegen. Auch hier steht die Taktik im Mittelpunkt. Wie ist der Trupp eingeteilt und hat der Gruppenführer die richtigen Befehle erteilt? Achtet jemand auf den Rücken? Der kleinste Fehler in Squad kann für alle zum Verhängnis werden. Eine Sekunde nicht aufgepasst und wir stecken in einem Hinterhalt, aus dem es kein Entkommen mehr gibt. Der Titel ist intensiv und fordernd zu gleich. Ganz nach dem Motto: Leicht zu lernen. Schwer zu meistern. Zudem müssen wir ständig fokussiert sein auf das, was um uns herum geschieht.

Doch nicht nur fordert Squad unsere Aufmerksamkeit der Umgebung gegenüber. Sondern es verlangt absolute Zusammenarbeit, denn es gibt uns keine Informationen über mögliche Truppenbewegungen oder Standorte von Gegner. Einzige Möglichkeit herauszufinden, wo der Gegenüber steckt, ist ihn selbst zu entdecken oder dank der Mitspieler über dessen Bewegungen informiert zu werden. Das schafft eine unheimlich fesselnde Atmosphäre. Gerade weil das Team so wichtig ist, ist das Retten von verletzten Kameraden schon fast heroisch. Wenn wir als Sanitäter über das in Rauch, Explosionen und Schüsse gehüllte Schlachtfeld rennen, um einen Verletzten zu versorgen, fühlt sich das wahrlich so an, als wären wir ein Held. Damit schafft das Spiel etwas, das andere Shooter nicht erreichen. Es gibt jedem persönlich das Gefühl ein wichtiger Teil von etwas Besonderem zu sein. Das stärkt den Zusammenhalt und das Gefühl der Zusammengehörigkeit. So opfert sich dann auch der eine für den anderen.

Mobilität in Squad

Per Update kamen auch Fahrzeuge in das Spiel. So lassen sich nun Truppen in gepanzerten Transportern unterbringen oder einfach in Truppentransporter packen. Damit sind die riesigen Karten nun deutlich leichter zu erkunden und strategischer zu besetzen. Nachteil daran ist jedoch, dass Orte, die vorher als sichere Rückzugsorte galten, nun in wenigen Augenblicken mit Geschützen zu erreichen sind. Wo wir uns in Gegenden, zu denen wir im Spiel zehn Minuten laufen mussten, in Sicherheit wähnten, können jetzt in kurzer Zeit Gegner stehen, die unser Lager ausheben. Mit der Mobilität fühlen sich die Karten nun auch nicht mehr ganz so groß an. Damit hat die Einführung von fahrbaren Untersätzen Vor- und Nachteile. Dennoch erweitern sie die taktischen Möglichkeiten. Denn werden Truppen bei der Einrichtung eines Ortes gesichtet, können die Spieler schnell zusammengezogen werden.

Strategisch lässt die neu gewonnene Schnelligkeit ganz neue Aspekte zu. Damit sind die Gegner und auch wir selbst, unberechenbarer geworden. Auch zu Beginn könnten uns nun Fahrzeuge in den Rücken fallen, noch während wir unseren Trupp organisieren. Damit erhält das Spiel eine ganz neue Dramatik. Wo wir uns vorher recht sicher fühlten, da wir Zeit zum Reagieren hatten, sind wir erdmännchengleich in ständiger Alarmbereitschaft. Denn nun kann in jedem Augenblick ein Humvee über eine Hügelkuppe schießen oder ein Transporter entlädt seine Truppen in unserer Flanke. So passierte es uns gerade am Anfang der Umstellung, das wir fröhlich plaudernd in eine befestigte Straßensperre rennen. Diese Straße war vorher nie interessant, doch jetzt stehen hier Gegner die mit den Fahrzeugen, den taktischen Zugang zu einem Gebiet abriegeln. Und während wir überrascht im Kugelhagel untergehen, freuen wir uns über die neu gewonnenen taktischen Möglichkeiten.

Somit wurde auch die Logistik in Squad überarbeitet. Nun kann der Gruppenführer Rally Points setzen, die in begrenzter Nutzung als Respawn Punkte dienen. Gute Anführer platzieren diese immer in der Nähe von schwer umkämpften Gebieten, um eine optimale Versorgung zu gewährleisten. Ebenfalls können nun Forward Operation Basen geschaffen werden. Diese ermöglichen ebenfalls Respawn Punkte als auch die Möglichkeit, Deckungen mit Sandsäcken zu bauen und Munitionsnachschub anzufordern.

Bis diese Basen als Respawn Punkte dienen können, vergehen jedoch fünf Minuten. Dieses kann nur umgangen werden, wenn ein Lastwagen mit Vorräten für die nötigen Materialien sorgt. Um diese FOBs optimal zu benutzten, benötigen wir regelmäßige Versorgungslieferungen. Mit denen lassen sich dann Stellungen und Bunker bauen. So beginnt dann auch das Strategische und Taktische experimentieren mit verschiedenen logistischen Lösungen, um unseren Stützpunkt zu versorgen und sich gegen Hinterhalte inmitten von kurvigen Straßen zu schützen. Die Möglichkeiten, die diese FOBs geschaffen haben, bringen nochmals ein deutlich tieferes Gameplay mit sich.

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Befehlsgewalt

Squad hat sich ebenfalls in einem anderen Bereich stark verändert. Die Gruppenführer, also die Squad Leader (SL) sind wichtiger geworden. Zwar waren diese SLs schon immer das Herz der Gruppe und waren dafür auch so vorgesehen. Sie sind jedoch die Einzigen, die eben die Respawn Punkte oder die FOBs setzten können. Ebenfalls können die Squad Leader Ziele auf der Karte markieren und mit anderen Gruppenführern kommunizieren. Damit bilden sie eine starke Bindung zwischen den ganzen Spielern und koordinieren das Auftreten und die taktische Marschrichtung des einzelnen Trupps. Ebenfalls werden über die Squad Leader die Gruppen untereinander koordiniert, was strategische Angriffe auf bestimmte Ziele zulässt.

Diese Fähigkeiten sind nochmals verbessert worden und wurden kritisch an die Bedingungen im Spiel angepasst. So können von ihnen nun nicht nur Sandsäcke oder Leitern erstellt werden, sondern auch Maschinengewehrbunker, die ein ganzes Tal überblicken und alles mit Schüssen eindecken, dass sich bewegt. Zudem kommt ihm die Aufgabe zu, Fahrzeuge aus dem Pool zu ordern, die dann dem Trupp zur Verfügung stehen. Damit hat man im Spiel auch das altbekannte Problem aus Battlefield umgangen, bei dem wir auf den Respawn eines Fahrzeuges gewartet hatten, damit ein anderer einfach hineinspringt und damit abhaut.

Somit trägt der Truppenführer eine sehr große Verantwortung und ist maßgeblich für den Erfolg einer Mission verantwortlich. Daher werden viele gute Anführer von den Spielern auch als Chef oder Boss bezeichnet, für den sie durch dick und dünn gehen. Doch das so viele Funktionen durch nur eine Autorität im Spiel repräsentiert werden, hat auch Nachteile. Unerfahrene oder einfach schlechte SLs bedeuten für die Spieler in der Gruppe oft lähmenden Fortschritt oder einfach grässliche Niederlagen. Schlecht platzierte Respawn Punkte oder mangelhafte taktische Entscheidungen beeinflussen das Spielerlebnis der teilnehmenden Mitglieder enorm. Das kann schnell zu Frust führen.

Leider gibt es zudem Probleme mit den logistischen Aufgaben der Squad Leader, da die Community immer größer wird. Dabei bleibt nicht aus, dass viele diese Rolle übernehmen und eigentlich gar nicht wissen, was sie tun müssen. Zudem kommt es immer wieder vor, dass ein SL aus dem Spiel fliegt oder einfach, weil er genervt ist, einfach ausschaltet. Dabei springt die Verantwortung als Gruppenführer einem anderen Spieler zu, der nicht häufig nicht einmal eine Ahnung hat, dass er jetzt der Lead ist. Probleme gibt es hierbei auch mit der Ausrüstung des SL. Damit kommt es vor, das neue Truppenführer die Aufgaben überhaupt nicht ausführen können, mit denen diese gerade beauftragt wurden. So kommt es immer wieder zu abstrusen Diskussionen zwischen den Spielern eines Trupps, ob nicht jemand anderer den Lead übernehmen möchte.

Obwohl es nicht unüblich ist, das, wenn inmitten eines Kampfes der Anführer stirbt, erst einmal Chaos herrscht, ist es in Squad doch etwas nervig. Nicht selten gehen damit ganze Trupps zugrunde, da sich die Spieler nicht einigen können und sich lieber anderen anschließen.

Squad Screenshot

Wachstumsschmerzen

Wie der menschliche Körper beim Wachstum, so durchschreitet auch Squads Weiterentwicklungen, die den Spielern Schmerzen verursachen. So kommen mit Updates zwar neue Inhalte, jedoch finden sich dabei auch Bugs. Von Kleineren, die uns etwas nerven, bis hin zu ganzen Systemabstürzen ist alles dabei. Wobei sich in den letzten Monaten gerade Letztere deutlich gebessert haben, und das Spiel im Allgemeinen an Stabilität gewonnen hat.

Zudem können wir immer wieder Fehler in der Kollisionsabfrage feststellen. Damit Squad auch weiterhin ein beliebtes Spiel in der Community bleibt, muss Offworld Industries weiterhin ordentliche Arbeit leisten.

Durch die ständigen Änderungen am Spielcode wird Hackern und Betrügern oft Tür und Tor geöffnet, was zudem auf die Laune in der Community drückt. Gerade in Turnieren und Wettbewerben waren diese besonders nervig und hatten der jungen Fangemeinde oftmals den Spaß genommen. Dabei bietet Squad so viele verschiedene Möglichkeiten, an das Spiel heranzugehen. Gerade als SL der sich mit seinen Möglichkeiten auseinandersetzt und versucht, eine intime Einheit mit seinen Spielern zu bilden, ist besonders erfüllend. Die Bindung zwischen den einzelnen Spielern wird hierdurch enorm verbessert, sodass sich die einzelnen Mitglieder einer Gruppe stark mit der Gemeinschaft identifizieren. Dazu kommt die grundlegende Kampferfahrung, die das Spiel bietet. Diese unterscheidet sich von einem Großteil der Online-Shooter und bietet zudem, wie aufgezeigt, Spielmechaniken, die es sonst nirgends gibt.

Fazit zu Squad

Squad ist eine intensive Mehrspielererfahrung, die uns als Spieler in eine authentische und fordernde Welt entführt. Zugleich bietet sie eine umfangreiche Kampferfahrung, in der wir uns immer wieder als Held fühlen und sich Siege auch wie solche anfühlen. Dass „Wir“ wird hierbei großgeschrieben. Denn ohne die anderen schaffen wir es nicht. Und genau hierin liegt der große Vor- als auch Nachteil des Spiels.

Mit dem Squad Leader haben wir eine Autorität auf dem Schlachtfeld, der nicht nur den eigenen Trupp, sondern auch alle anderen Spieler einer Seite miteinander verbindet. Dies ist eine besonders machtvolle Spielmechanik. Denn der SL ist maßgeblich für den Erfolg, aber auch für den Misserfolg der Truppe verantwortlich. Das ist nicht jedermanns Sache und will schon gar nicht von jedem übernommen werden. Das führt leider oftmals zu einem Truppensterben, da sich viele Spieler lieber anderen anschließen, als selbst die Verantwortung zu übernehmen.

Dennoch ist Squad eine umfangreiche, tief greifende Erfahrung, die uns zu jedem Zeitpunkt unsere volle Aufmerksamkeit abverlangt. Jeder Fehler von uns kann zum Aus der ganzen Gruppe führen. Ein missachteter Befehl kann über Sieg oder Niederlage entscheiden. Dabei kommt der Position des Truppenführers besondere Verantwortung zu. Er sorgt für das strategische Vorgehen und definiert die Taktik.

Abschließend muss gesagt werden, das Squad eine umfangreiche Erfahrung ist, die auf dem Markt seinesgleichen sucht. Wer Bock auf Teamspiel hat und gerne Erfolge zusammen feiert, kann bei diesem authentischen Shooter auf jeden Fall zugreifen. Einen perfomanten Server, den man für das Game braucht, findet Ihr bei gamed Gameserver mieten!

Squad Gameplay

Bildersteller: Squad / Offworld Industries